Maulwurf

Lebensweise, Verhalten, Nahrung

Maulwurf – Lebensweise, Verhalten, Nahrung

Man sieht sie überall: auf Wiesen - auf Feldern - und in Wäldern: kleine Erdhügel, oft erst frisch aufgeworfen. Sie sind untrügliche Zeichen dafür, dass hier im Untergrund ein kleines pelziges Tier gräbt, wohnt und seine Nahrung sucht: der Maulwurf. Der Europäische Maulwurf - sein wissenschaftlicher Name lautet „Talpa europaea“ - gehört zur Familie der Maulwürfe - der „Talpidae“ - und ist der einzige in Mitteleuropa verbreitete Vertreter seiner Familie. Unser Maulwurf ist in etwa 11 bis 16 Zentimeter groß und wiegt zwischen 50 und 130 Gramm. Sein Körper ist perfekt an seine grabende Lebensweise unter der Erde angepasst. Der zugespitzte Kopf des Maulwurfs sitzt ohne erkennbarem Hals direkt auf seinem gedrungenen Körper. Mit seinen kurzen, starken Beinen kann er schwere Erdlasten verschieben. Seine kurzen Vorderbeine befinden sind weit vor dem Brustkorb, direkt neben dem Kopf und seine nach außen gedrehten Vorderpfoten sind zu schaufelförmigen, unbehaarten Grabhänden ausgebildet. An jeder dieser beiden Grabhände besitzt er an allen 5 Fingern stumpfe aber kräftige Krallen, die ihm dabei helfen, sich wie ein kleiner Bagger durchs Erdreich zu graben. Maulwürfe haben weiters an ihrer Vorderhand einen zusätzlichen sichelförmigen Knochen – das Sesambein - der ihnen beim Graben hilft. An den Hinterfüßen das Maulwurfs befinden sich feine Krallen, die ihm das Laufen und das Scharren ermöglichen. Maulwürfe besitzen keine Ohrmuscheln, da sie beim Graben und Laufen in den engen unterirdischen Gängen stören würden. Trotzdem besitzen Maulwürfe ein ausgezeichnetes Gehör. Die Augen sind klein und im Fell verborgen und dienen vermutlich nur zum Unterscheiden von dunkel und hell und sind wahrscheinlich ans Licht auf der Erdoberfläche angepasst. Auch sein weiches Fell ist optimal an seine Lebensweise angepasst. Es besteht fast nur aus Wollhaaren und das bei Säugetieren übliche Deckhaar fehlt. Da es keinen Strich besitzt, kann es beim Durchkriechen enger Tunnel problemlos in jede erforderliche Richtung umgelegt werden, ohne zu brechen. Üblicherweise ist das Fell grau bis rußschwarz gefärbt, vereinzelt gibt es auch weißgraue und bräunliche Maulwürfe. Die Haare am zwei bis viereinhalb Zentimeter langen Schwanz des Maulwurfes sind als Tasthaare ausgebildet und damit tastet er während des Gehens unter der Erde wie mit einer Sonde die Tunnelwände ab. Die Haut der langen Rüsselnase ist mit einem weiteren Tastsinn ausgestattet, dem sogenannten „Eimerschen Organ“, das nur bei Maulwürfen vorkommt. Dieses beinhaltet fünf Mal so viele Nervenfasern wie die menschliche Hand. Selbst leichte Erschütterungen des Bodens sowie Muskelkontraktionen von Beutetieren kann der Maulwurf über dieses Tastorgan wahrnehmen. Mit seiner Rüsselnase und dem „Eimerschen Organ“ kann das Tier auch kleinste Erdspalten nach Insekten und anderer Nahrung absuchen. Der Mund liegt schmutzgeschützt unter dem Rüssel da der Unterkiefer viel kürzer als der Oberkiefer ist. Maulwürfe besitzen 44 Zähne, die gut an ihre fleischliche Ernährungsweise angepasst sind.